Eine Studie der Humboldt-Universität zu Berlin im Auftrag von Haus und Grund Deutschland zeigt, wie dramatisch sich die Stimmungslage unter privaten Vermietern in Deutschland entwickelt hat. Die Vermieterbefragung 2026 liefert alarmierende Zahlen: 60,5 Prozent der knapp 24.000 befragten vermietenden Privatpersonen halten es für wahrscheinlich, ihre Vermietungstätigkeit ganz oder teilweise aufzugeben und Wohnraum zu verkaufen, wenn die derzeit diskutierten Regulierungen umgesetzt werden. Auf Vermieter mit dieser erhöhten Rückzugsneigung entfallen 77 Prozent der in der Befragung erfassten Wohneinheiten.
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Hochrechnung: Bis zu 11,2 Millionen Wohnungen betroffen
Auf die rund 14,6 Millionen privat vermieteten Wohnungen in Deutschland hochgerechnet ergibt sich eine Größenordnung von bis zu 11,2 Millionen Wohnungen in Beständen von Vermietern mit Rückzugsrisiko. Haus und Grund betont: Diese Zahl ist keine Prognose tatsächlicher Verkäufe. Sie zeigt jedoch, wie groß der Teil des Mietwohnungsbestands ist, der durch weitere Regulierung nicht mehr angeboten werden könnte.
Was die Befragten konkret beunruhigt
Die Befragung wurde zwischen dem 21. Januar und dem 26. April 2026 durchgeführt. Die Teilnehmer wurden gefragt, wie sie auf das Bündel aktuell diskutierter Regulierungsmaßnahmen reagieren würden. Dazu gehören der Indexmietendeckel auf 3,5 Prozent jährlich, die Möblierungszuschlag-Begrenzung, das geänderte Kündigungsrecht bei Mietrückständen, die CO2-Kostenteilung bei Gasheizungen und die EPBD-Anforderungen. Besonders die Kombination mehrerer Maßnahmen führt laut Studie zu einer deutlichen Abwanderungsbereitschaft.
Warnecke: Bundesregierung stigmatisiert Vermieter
Haus und Grund-Präsident Kai Warnecke kommentiert die Ergebnisse deutlich: Die Bundesregierung stigmatisiert Vermieter. Dabei sind die vermietenden Privatpersonen diejenigen, die bezahlbaren Wohnraum anbieten. Wer anderen Wohnraum zur Verfügung stellt, braucht Rechtssicherheit. Warnecke weiter: Wer vermietende Privatpersonen mit immer neuen Vorschriften belastet, trifft nicht anonyme Großkonzerne, sondern Millionen Bürgerinnen und Bürger als Vermieter. Viele fragen sich inzwischen, ob sie sich dieses Engagement überhaupt noch antun sollen. Die Politik müsse endlich auf Investitionsanreize statt auf immer neue Regulierung setzen.
Wer private Vermieter sind
Private Vermieter stellen laut Wohnungsmarktbericht rund 60 Prozent aller Mietwohnungen in Deutschland und sind damit die mit Abstand wichtigste Gruppe auf dem Mietmarkt. Im Gegensatz zu institutionellen Vermietern wie Wohnungsgenossenschaften oder börsennotierten Immobilienunternehmen sind sie überwiegend natürliche Personen, die eine oder wenige Wohnungen vermieten, oft zur privaten Altersvorsorge. Ihr Rückzug würde das Mietwohnungsangebot deutlich verknappen und den ohnehin angespannten Markt weiter verschärfen.
Was das für Investoren bedeutet
Ein potenzieller Rückzug privater Vermieter schafft für Fix-and-Flip-Investoren eine Möglichkeit: Objekte werden veräußert, die bisher dem Mietmarkt zur Verfügung standen. Wer solche Objekte saniert und wieder auf den Markt bringt, bedient entweder den Kaufmarkt oder den Mietmarkt auf einem höheren Qualitätsniveau. Gleichzeitig signalisiert die Studie, dass das Mietangebot bei unveränderter Regulierung weiter sinken wird, was Angebotsmieten weiter steigen lässt und die Nachfrage nach jedem angebotenen Objekt hoch hält.
Quellen: Haus und Grund Deutschland, Vermieterbefragung 2026, 23. Juni 2026; Humboldt-Universität zu Berlin, wissenschaftliche Auswertung, Juni 2026.
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