Warum stehen Haushalte bei der Anschlussfinanzierung 2026 besser da?

Hunderttausende Haushalte stehen 2026 vor der Anschlussfinanzierung ihrer Baufinanzierungen aus der Niedrigzinsphase. Doch eine aktuelle Interhyp-Analyse zeigt: Die Belastung ist für die meisten Haushalte tragbarer als befürchtet. Das liegt an zwei Faktoren, die viele übersehen: Eigenkapitalwachstum durch Tilgung und gestiegene Immobilienwerte.

Was die Zahlen zeigen

Das durchschnittliche Darlehensvolumen bei Erstfinanzierungen im Jahr 2016 lag laut Interhyp bei rund 305.000 Euro. Nach zehn Jahren Tilgung bei durchschnittlich zwei bis drei Prozent Tilgungsrate ist die Restschuld auf rund 230.000 bis 250.000 Euro gesunken. Gleichzeitig sind die Immobilienwerte in vielen Regionen gestiegen. Der verbesserte Beleihungsauslauf, also das Verhältnis von Restschuld zum aktuellen Immobilienwert, ermöglicht bei der Prolongation oft bessere Konditionen als der Marktdurchschnitt vermuten lässt.

Interhyp hat verglichen, wie sich die damalige Erstfinanzierungsrate bei Niedrigzinsen zur heutigen Anschlussfinanzierung bei vier Prozent verhält. Das Ergebnis: Im Schnitt ist die monatliche Belastung nicht höher, sondern sogar leicht niedriger. Wer 2016 zu 1,5 Prozent finanziert hat, zahlte bei 305.000 Euro und zwei Prozent Tilgung rund 1.148 Euro monatlich. Bei einer Restschuld von 245.000 Euro und vier Prozent Zins plus zwei Prozent Tilgung zahlt man heute rund 1.225 Euro. Das ist ein Anstieg von weniger als 80 Euro monatlich.

Tipps für die Anschlussfinanzierung 2026

Dr. Klein-Experte Dominik Nehls empfiehlt, mindestens drei bis sechs Monate vor Ablauf der Zinsbindung aktiv zu werden. Vergleichen zahlt sich aus: Ein Unterschied von 0,2 Prozentpunkten beim Zinssatz bedeutet bei einer Restschuld von 200.000 Euro über zehn Jahre rund 4.000 Euro Einsparung. Viele Banken bieten zudem Forward-Darlehen an, mit denen sich die aktuellen Konditionen bis zu fünf Jahre im Voraus sichern lassen.

Wer im Rahmen der Anschlussfinanzierung gleichzeitig saniert, sollte prüfen, ob sich eine KfW-Förderung für energetische Maßnahmen integrieren lässt. Viele Banken sind offen, zusätzliche Beträge für Fenster, Dämmung oder Heizungstausch in das Darlehen zu integrieren. Ein verbesserter Energieausweis verbessert nicht nur den Wohnwert, sondern auch die Beleihungseinstufung.

Kritische Fälle: Wann es eng wird

Für einen Teil der Haushalte ist die Lage dennoch angespannt. Besonders betroffen sind Kreditnehmer, die 2016 mit sehr geringer Tilgung von einem Prozent finanziert haben und deren Einkommen seitdem nicht gestiegen ist. Bei einer Restschuld von 290.000 Euro und vier Prozent Zins plus zwei Prozent Tilgung steigt die Rate von früher 875 Euro auf heute 1.450 Euro. Hier kann ein Beratungsgespräch mit dem Finanzierungsvermittler helfen, Optionen wie längere Laufzeiten oder staatliche Unterstützungsprogramme zu prüfen.

Quellen: Interhyp, Analyse Anschlussfinanzierung, Juli 2026; Dr. Klein, Tipps Prolongation 2026; Statista, Entwicklung Bauzinsen 2026, 2. Juli 2026.

Foto: Pexels, Pexels (kostenlos nutzbar)

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