Baugenehmigungen 2025: Plus 10,8 Prozent, aber Wohnungslücke wächst weiter

Die Baugenehmigungszahlen für 2025 zeigen eine erste zaghafte Erholung. Rund 238.000 Baugenehmigungen wurden erteilt, ein Plus von 10,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. ZIA-Präsidentin Iris Schöberl bewertet das als ermutigend, mahnt aber: Das sei kein Grund zur Selbstzufriedenheit, denn der massive Einbruch früherer Jahre wirke mit langer Verzögerung nach.

Einordnung: Historischer Einbruch 2023-2024

2021 wurden in Deutschland noch rund 380.000 Wohneinheiten genehmigt. Der Einbruch bis 2024 betrug 43,5 Prozent. Der aktuelle Anstieg von 10,8 Prozent macht das bei weitem nicht wett: Bis zum Niveau von 2021 fehlen noch rund 140.000 jährlich genehmigte Einheiten. Baugenehmigungen und Fertigstellungen trennen ein bis drei Jahre. Das bedeutet: 2026 werden nur rund 215.000 Wohnungen fertiggestellt, bei einem jährlichen Bedarf von 257.400 Einheiten.

2026: Lackmustest für die Bundesregierung

Der ZIA bezeichnet 2026 als Lackmustest für den politischen Reformwillen. Verbessern sich die Rahmenbedingungen durch BauGB-Novelle und einfachere Genehmigungsverfahren, könnten die Zahlen weiter steigen. Bleiben die Reformen aus, droht Stagnation. Die Immobilienwirtschaft erwartet von der Bundesregierung konkrete Schritte bei der Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren.

Was das für Investoren bedeutet

Ein weiterhin niedriges Fertigstellungsniveau bei gleichzeitig wachsender Nachfrage in Ballungsräumen stützt die Preise für sanierte Bestandswohnungen. Der strukturelle Angebotsengpass ist auf mittlere Sicht nicht aufzulösen und schafft ein stabiles Nachfrageumfeld für qualitativ hochwertige Sanierungsobjekte.

Quellen: ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss, Pressemitteilung vom 18.02.2026; Statistisches Bundesamt, Baugenehmigungen Jahresergebnis 2025.

Foto: Alexander F Ungerer, Pexels (kostenlos nutzbar)

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