DOEGE + SOHN Malerbetrieb GmbH
HandwerkerFirmenportrait
Die DOEGE + SOHN Malerbetrieb GmbH ist seit über 70 Jahren im Malerhandwerk tätig und wird inzwischen in dritter Generation geführt. Geschäftsführer ist Christof Doege. Wer Malerarbeiten aus Wiesbaden sucht, findet hier einen Betrieb mit einem Schwerpunkt, der im Rhein-Main-Gebiet selten geworden ist: der Sanierung historischer Bausubstanz mit Kalk und Lehm.
Für Fix-und-Flip-Projekte ist dieser Zuschnitt dann relevant, wenn ein Objekt nicht einfach überstrichen werden kann. Bei Fachwerk, bei Stuckdecken oder bei einer Fassade, die unter Schutz steht, entscheidet die Wahl des Materials darüber, ob eine Sanierung hält oder in wenigen Jahren erneut ansteht.
Fachwerk: warum Kalk und Lehm keine Nostalgie sind
Der Betrieb nennt die Fachwerksanierung selbst als Alleinstellungsmerkmal, und das hat einen bauphysikalischen Grund. Fachwerkwände bestehen aus Holz und einer Gefachfüllung, die Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben muss. Kalk- und Lehmputze lassen diesen Austausch zu.
Wird ein Fachwerkhaus stattdessen mit dichten Kunststoffdispersionen oder Zementputz bearbeitet, bleibt Feuchtigkeit in der Konstruktion stehen. Das Holz nimmt sie auf, und da es nicht abtrocknen kann, beginnt es zu faulen. Sichtbar wird das erst Jahre später, dann aber am Tragwerk und nicht an der Oberfläche.
Für Investoren heißt das: Ein Fachwerkobjekt, das mit dem falschen Material günstig hergerichtet wurde, ist kein Schnäppchen, sondern ein verdeckter Schaden. Wer selbst saniert, sollte dieses Thema klären, bevor der erste Eimer gekauft wird. Die Materialwahl ist hier keine Geschmacksfrage, sondern entscheidet über die Substanz.
Stuck und Rekonstruktion im Altbau
Der Betrieb führt Stuckarbeiten einschließlich Rekonstruktionen. In Gründerzeitwohnungen ist Stuck das Detail, das bei Besichtigungen am stärksten wirkt, und zugleich das, was frühere Modernisierungen am häufigsten zerstört haben, etwa durch abgehängte Decken oder überstrichene Profile.
Wirtschaftlich ist das eine der wenigen Positionen, bei denen sich ein Mehraufwand in dieser Objektklasse fast immer rechtfertigt. Eine Wohnung mit freigelegter und ergänzter Stuckdecke lässt sich anders positionieren als eine mit glatter Decke, und der Unterschied im erzielbaren Preis übersteigt die Kosten der Arbeit regelmäßig. Voraussetzung ist, dass jemand fehlende Abschnitte passend nachbilden kann, statt sie durch Standardprofile aus dem Baumarkt zu ersetzen.
Innendämmung, wenn die Fassade nicht angetastet werden darf
Neben Fassadendämmung bietet der Betrieb ausdrücklich Innendämmung an. Das ist genau der Fall, der bei denkmalgeschützten oder gestalterisch erhaltenswerten Fassaden eintritt: Außen darf nichts verändert werden, energetisch soll sich trotzdem etwas verbessern.
Innendämmung ist bauphysikalisch deutlich anspruchsvoller als eine Dämmung von außen, weil die Wand dadurch kälter wird und der Taupunkt nach innen wandert. Wird der Aufbau falsch gewählt, entsteht Kondensat hinter der Dämmschicht, und dort bildet sich Schimmel, den niemand sieht, bis der Belag entfernt wird. Kapillaraktive Systeme auf Kalk- oder Lehmbasis sind hier üblich, weil sie Feuchtigkeit aufnehmen und zurück in den Raum abgeben.
Wer ein solches Objekt kauft, sollte diese Position nicht mit dem Preis einer Standarddämmung kalkulieren und die Ausführung nicht in Eigenleistung planen. Der Fehler wird erst beim Käufer sichtbar, was ihn zu einem Gewährleistungsthema macht.
Graffitisanierung in Stadtlagen
Ein Leistungspunkt, der in innerstädtischen Lagen praktisch ist: Der Betrieb übernimmt Graffitisanierung. Bei einem Objekt im Erdgeschossbereich einer Durchgangsstraße ist eine besprühte Fassade ein Detail, das auf Exposé-Fotos sofort auffällt und den Eindruck von Vernachlässigung erzeugt.
Relevant ist die Entfernung auch bei Objekten, die während der Sanierung leer stehen und dadurch eher zum Ziel werden. Je nach Untergrund ist ein Überstreichen nicht ausreichend, weil Farbpigmente durchschlagen, und auf historischem Putz verlangt die Entfernung Zurückhaltung, damit die Oberfläche nicht beschädigt wird.
Gestaltung, Putzsysteme und weitere Leistungen
Zum Spektrum gehören klassische Maler- und Lackierarbeiten innen und außen, Tapezierarbeiten, Bodenbeläge, Trockenbau und Innenausbau. Bei den Putzsystemen werden neben Kalk und Lehm auch Terrastone und weitere Spezialputze verarbeitet, dazu Spachtel- und Lasurtechniken für gestaltete Wandflächen.
Für höherwertige Objekte kann eine gestaltete Wand im Wohnraum ein Merkmal sein, das sich von Standardsanierungen abhebt. Bei Objekten im mittleren Preissegment gilt dagegen weiter, dass neutrale, helle Flächen die breitere Käuferschicht ansprechen.
Standort und Einordnung
Der Sitz liegt in der Fritz-Ullmann-Straße in Mainz-Kastel. Der Stadtteil trägt historisch den Namen Mainz und eine Mainzer Postleitzahl, gehört politisch aber zu Wiesbaden, was sich auch daran zeigt, dass das Unternehmen beim Amtsgericht Wiesbaden eingetragen ist und der Handwerkskammer Wiesbaden untersteht.
Praktisch bedeutet die Lage am rechten Rheinufer kurze Wege nach Wiesbaden und nach Mainz, also in zwei Immobilienmärkte gleichzeitig. Betreut werden private Bauherren, Unternehmen und öffentliche Auftraggeber, der Betrieb ist zudem als Ausbildungsbetrieb ausgezeichnet. Sinnvoll ist ein Ortstermin vor dem Kauf, wenn ein Objekt Fachwerk, Stuck oder eine geschützte Fassade mitbringt. Die Frage, welches Material die Substanz verträgt, gehört vor die Kalkulation und nicht in die Bauphase.
