Zum Wohnungsbau-Tag 2026 hat GdW-Präsident Axel Gedaschko einen klaren Kurs gefordert: Deutschland braucht eine „Fast Lane“ für Bauvorhaben. Solange Planungs- und Genehmigungsprozesse nicht spürbar beschleunigt werden, bleibt bezahlbarer Wohnraum in angespannten Märkten eine Illusion.
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Das Problem: Endlose Verfahren blockieren Investitionen
In vielen deutschen Städten scheitern oder verzögern sich Bauprojekte nicht an fehlenden Flächen oder mangelndem Kapital, sondern an langen Genehmigungsprozessen. Mehrfachbeteiligungen, widersprüchliche Anforderungen zwischen Bundes- und Landesrecht und fehlende Digitalisierung der Bauämter kosten Monate, oft Jahre. Das treibt die Kosten in die Höhe und macht viele Projekte unwirtschaftlich.
GdW-Präsident Gedaschko betont: Wer den Wohnungsbau wirklich in Gang bringen wolle, brauche einen echten Perspektivwechsel. In angespannten Wohnungsmärkten müsse Wohnungsbau als überragendes öffentliches Interesse gesetzlich verankert werden, um Abwägungsprozesse zugunsten von mehr Baurecht zu beschleunigen.
Was konkret gefordert wird
Der GdW fordert drei konkrete Maßnahmen für schnelleres Planen und Bauen. Zunächst klare zeitliche Obergrenzen für Genehmigungsverfahren, sogenannte Genehmigungsfiktionen, bei denen eine Genehmigung als erteilt gilt, wenn die Behörde nicht innerhalb einer bestimmten Frist reagiert. Zweitens die vollständige Digitalisierung von Bauleitplan- und Baugenehmigungsverfahren. Drittens die Einführung eines Basisstandards beim Bauen, der vereinfachtes und kostengünstigeres Bauen ohne Abstriche bei Sicherheit und Qualität ermöglicht.
Kontext: Wohnungsbau weit unter Bedarf
Der Hintergrund dieser Forderungen ist ernst: Für 2026 werden laut ZIA-Frühjahrsgutachten nur rund 215.000 fertiggestellte Wohnungen erwartet, bei einem Bedarf von 257.400 Einheiten jährlich bis 2040. Die Lücke wächst. Ohne strukturelle Verbesserung bei den Genehmigungsverfahren wird sich daran wenig ändern.
Was das für Fix-&-Flip-Investoren bedeutet
Wer Bestandsimmobilien kauft und saniert, ist von Baugenehmigungsverfahren oft weniger direkt betroffen als Projektentwickler im Neubau. Dennoch gilt: Jede Verzögerung bei Umnutzungen, Anbauten oder Aufstockungen kostet bares Geld. Schnellere Genehmigungsverfahren würden auch Sanierungsprojekte im Bestand erheblich erleichtern und die Kalkulationssicherheit verbessern.
Quellen: GdW Bundesverband Wohnungs- und Immobilienunternehmen, Pressemitteilung vom 26.03.2026.
Foto: Ilyasick Photo, Pexels (kostenlos nutzbar)




