Der Mietmarkt in Deutschland gibt erste Entlastungssignale. Das zeigt das aktuelle WohnBarometer von ImmoScout24 für das erste Quartal 2026. Die Nachfrage nach Mietwohnungen ist bundesweit um drei bis vier Prozent zurückgegangen, und die Dynamik bei den Angebotsmieten schwächt sich in den Großstädten merklich ab. Dennoch bleibt der Markt strukturell angespannt, und die Jahresveränderungsrate bei den Mieten liegt weiterhin bei deutlich über vier Prozent.
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Bundesweiter Mietanstieg: 9,00 Euro pro Quadratmeter
Die Angebotsmieten für Bestandswohnungen stiegen im ersten Quartal 2026 bundesweit um 1,3 Prozent auf durchschnittlich 9,00 Euro pro Quadratmeter. Im Jahresvergleich ergibt sich ein Plus von 4,5 Prozent. Im Neubausegment fiel die Dynamik mit einem Quartalszuwachs von 0,8 Prozent etwas geringer aus. ImmoScout24-Geschäftsführerin Dr. Gesa Crockford erklärt das leichte Nachlassen der Nachfrage mit wirtschaftlicher Unsicherheit: Viele Wohnungssuchende agierten aktuell zurückhaltender und warteten ab.
Metropolen im Vergleich: Frankfurt mit stärkstem Zuwachs
In den acht größten deutschen Metropolen zeigt sich ein differenziertes Bild. München bleibt mit 20,01 Euro pro Quadratmeter die teuerste Stadt, verzeichnet mit einem Quartalszuwachs von nur 0,4 Prozent aber den geringsten Mietanstieg unter den großen Städten. Frankfurt am Main folgt mit 15,08 Euro pro Quadratmeter und einem überdurchschnittlichen Plus von 1,4 Prozent. Stuttgart liegt bei 15,23 Euro pro Quadratmeter mit einem Quartalszuwachs von 0,5 Prozent auf Platz zwei des Preisniveaus. Die übrigen fünf Metropolen bewegen sich mit Zuwächsen zwischen 0,5 und 0,9 Prozent weitgehend seitwärts.
Auf Jahressicht zeigt sich Hamburgs Mietentwicklung besonders dynamisch: Die durchschnittliche Kaltmiete stieg von 12,69 Euro im ersten Quartal 2025 auf 13,58 Euro im ersten Quartal 2026, ein Plus von sieben Prozent. In München liegt der Jahresanstieg bei 5,7 Prozent, von 19,35 auf 20,44 Euro pro Quadratmeter.
Kaufmarkt: Vorsicht trotz leichter Erholung
Auch auf dem Kaufmarkt hellt sich die Lage leicht auf, bleibt aber verhalten. Die Nachfrage nach Wohneigentum ist im ersten Quartal zurückgegangen, obwohl der März einen kurzzeitigen Anstieg von sieben Prozent in den Top-5-Metropolen verzeichnete. Die Kaufpreise für Bestandswohnungen legten mit 1,4 Prozent stärker zu als im Vorquartal. Neubaupreise blieben auf dem Niveau des Vorquartals, mit Ausnahmen in Leipzig, das mit einem Plus von 2,1 Prozent einen leichten Impuls setzte.
Crockford fasst das Marktbild zusammen: Viele Kaufinteressierte warteten wegen wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheiten ab. Das schaffe Einstiegschancen für Investoren, die entscheidungsfreudig und eigenkapitalstark sind. Die Kombination aus leicht steigenden Kaufpreisen und deutlich steigenden Mieten verbessert die Renditelogik für Mietwohnungsinvestments gegenüber dem Vorjahr spürbar.
Quellen: ImmoScout24, WohnBarometer Q1 2026, April 2026; ImmoScout24, Mietspiegel München und Hamburg, Q1 2026.
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