Wohnungsneubau 2026: Nur 215.000 Einheiten statt 400.000 Bedarf

Deutschland wird 2026 voraussichtlich nur rund 215.000 neue Wohnungen fertigstellen. Das prognostiziert das Institut der deutschen Wirtschaft (IW), während das ifo-Institut in einem pessimistischeren Szenario sogar von nur 175.000 Einheiten ausgeht. Der politisch angestrebte Zielwert liegt seit Jahren bei 400.000 Wohnungen jährlich. Die Lücke zwischen Bedarf und Angebot wächst weiter.

Ursachen: Ein strukturelles Problem

IW-Experte Ralph Henger nennt als Hauptursache die eingebrochenen Baugenehmigungen der Vorjahre. Nur was damals genehmigt wurde, kann heute fertiggestellt werden. Dazu kommt: Die Zeitspanne von der Baugenehmigung bis zur Fertigstellung ist auf durchschnittlich 26 Monate gestiegen, bei Geschosswohnungsbau sogar auf 34 Monate. Viele in der Niedrigzinsphase erteilte Genehmigungen wurden nach dem Zinsanstieg 2022 nicht realisiert und sind ersatzlos verfallen.

Hinzu kommen hohe Baukosten. Für 2026 erwartet die Branche einen weiteren Anstieg um 3,3 Prozent. Der Iran-Krieg verschärft das zusätzlich: Steigende Energie- und Rohstoffpreise, allen voran Nicht-Eisen-Metalle mit einem Anstieg von fast 50 Prozent, erhöhen die Herstellungskosten. Das Statistische Bundesamt meldete für März 2026 einen Großhandelspreis-Anstieg von 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Bundesregierung reagiert mit Rekordetat

Die Bundesregierung stellt für 2026 fast 13 Milliarden Euro für das Bauministerium bereit, davon vier Milliarden für den sozialen Wohnungsbau. Bundesbauministerin Verena Hubertz treibt zudem den sogenannten Bau-Turbo voran, der Genehmigungsverfahren beschleunigen und kostengünstigere Bauweisen ermöglichen soll. Erste messbare Effekte erwartet das ifo-Institut jedoch frühestens ab 2027.

Für Fix-and-Flip-Investoren ergibt sich aus dieser Konstellation eine klare strategische Schlussfolgerung: Der Bestand gewinnt. Solange Neubau strukturell unterhalb des Bedarfs bleibt, steigt der Wert sanierter Bestandsobjekte. Wer heute energetisch saniert und modernisiert, schafft das begehrte Angebot, das der Markt braucht, aber kaum bekommt. Die Nachfrage nach solchen Objekten wird in den kommenden Jahren nicht abreißen.

Quellen: Institut der deutschen Wirtschaft (IW), Fertigstellungsprognose 2026; ifo-Institut, Wohnungsbauprojektionen 2026; Statistisches Bundesamt, Großhandelspreise März 2026; Cash Online, April 2026.

Foto: Jimmy Chan, Pexels (kostenlos nutzbar)

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