Haus & Grund kontert Mieterbund: Wohnungsbau statt neue Mietregeln

Der Deutsche Mieterbund hat erneut auf die angespannte Lage auf dem deutschen Wohnungsmarkt hingewiesen und schärfere Mietregeln gefordert. Der Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland widerspricht dieser Einschätzung deutlich und wirft dem Mieterbund vor, mit seinem Vorschlag die falsche Antwort auf die Wohnungsnot zu geben.

Nach Auffassung von Haus & Grund liegt die eigentliche Ursache der Wohnungsnot nicht in einem Marktversagen privater Vermieter, sondern im anhaltenden Mangel an neu gebautem Wohnraum. Der Verband verweist darauf, dass strengere Mietpreisregeln die Investitionsbereitschaft privater Eigentümer weiter schwächen würden, ohne das eigentliche Problem zu lösen: die zu geringe Zahl fertiggestellter Wohnungen.

Besonders kritisch sieht Haus & Grund zudem die politische Diskussion über mögliche Kürzungen beim Wohngeld. Der Verband warnt, eine solche Kürzung würde ausgerechnet jene Haushalte treffen, die ohnehin schon unter den gestiegenen Wohnkosten leiden. Stattdessen solle die Bundesregierung die Rahmenbedingungen für den Neubau verbessern.

Angebotsseite statt Regulierung

Der Verband argumentiert, jede zusätzliche Regulierung des Bestandsmarkts dränge private Vermieter tendenziell aus dem Markt, gerade in einer Zeit, in der viele Eigentümer ohnehin schon mit gestiegenen Bau- und Sanierungskosten sowie unsicheren Förderbedingungen zu kämpfen hätten. Wer den Rückzug privater Vermieter verhindern wolle, müsse Investitionen attraktiver machen statt sie zusätzlich zu erschweren.

Haus & Grund fordert deshalb einen klaren Kurswechsel in der Wohnungspolitik: mehr Tempo bei Baugenehmigungen, verlässliche Förderprogramme und einen Verzicht auf weitere Verschärfungen im Mietrecht. Nur so lasse sich die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage tatsächlich schließen. Der Verband erinnert daran, dass private Eigentümer den größten Teil des deutschen Mietwohnungsbestands halten und damit eine tragende Rolle für die Wohnraumversorgung spielen, gerade auch in Städten und Regionen, in denen kommunale und genossenschaftliche Anbieter nur einen kleinen Teil des Marktes abdecken.

Wohngeld als Streitpunkt

Mit Blick auf die Haushaltsdebatten in Berlin macht der Verband deutlich, ein sozialer Ausgleich über das Wohngeld sei sinnvoller als ein Eingriff in die Mietpreisbildung. Kürzungen beim Wohngeld würden Mieterhaushalte mit geringem Einkommen unmittelbar treffen, während die strukturellen Ursachen der Wohnungsnot unangetastet blieben.

Der Schlagabtausch zwischen Mieterbund und Eigentümerverband zeigt einmal mehr, wie unterschiedlich die Interessenlagen auf dem deutschen Wohnungsmarkt bewertet werden. Während der Mieterbund den Schutz bestehender Mietverhältnisse in den Vordergrund stellt, sieht Haus & Grund die Lösung vor allem im Neubau und in stabilen Investitionsbedingungen für private Eigentümer. Für die kommenden Monate ist mit weiteren Wortmeldungen beider Seiten zu rechnen, insbesondere sobald die Bundesregierung konkrete Pläne zum Wohngeld und zu möglichen Mietrechtsänderungen vorlegt.

Foto: August Geyler, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

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