dena-Gebäudereport 2026: Klimaziele verfehlt, Gebäudewende als Wachstumschance

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) hat ihren Gebäudereport 2026 vorgelegt. Auf Basis von 71 Datenquellen und 30 Institutionen liefert der Bericht das umfassendste Bild des deutschen Gebäudesektors im laufenden Jahr. Das Ergebnis: Die Klimaziele im Gebäudesektor werden verfehlt, aber das Ziel einer Reduktion auf 65 Millionen Tonnen CO2 bis 2030 bleibt erreichbar. Voraussetzung ist eine konsequente, verlässliche und mit stabilen Rahmenbedingungen ausgestattete Umsetzung von Klimamaßnahmen.

Kernbefund: Gebäudesektor über dem Zielpfad

Der Gebäudesektor in Deutschland liegt mit seinen Emissionen über dem vorgesehenen Zielpfad. Das entspricht einem Rückgang von rund 43 Prozent seit 1990, bleibt aber über dem politisch vereinbarten Niveau. Besonders problematisch: Mehr als fünf Millionen Heizungen im deutschen Gebäudebestand sind älter als 30 Jahre. Während Wärmepumpen im Neubau mit einem Anteil von über 76 Prozent weitgehend etabliert sind, liegt ihr Anteil bei Bestandsgebäuden 2024 bei nur 4,3 Prozent. Erneuerbare Energien werden im Heizungsbestand weiterhin zu wenig genutzt.

Photovoltaik: Wachstum verlangsamt, Speicher boomen

Der dena-Bericht dokumentiert auch eine Verlangsamung beim Photovoltaik-Ausbau auf Hausdächern. Mit 6,2 Gigawatt neu installierter Leistung bis September 2025 ist der Zuwachs zwar weiterhin hoch, bleibt aber deutlich hinter den Rekordjahren 2023 und 2024 zurück. Gleichzeitig zeigt der Speichermarkt ungebrochene Dynamik: Immer mehr Wohneigentümer kombinieren ihre PV-Anlage mit einem Batteriespeicher, um Eigenverbrauch und Wirtschaftlichkeit zu maximieren.

Energieberatung: Nachfrage steigt um 30 Prozent

Positiv hebt der Gebäudereport die Nachfrageentwicklung bei geförderten Energieberatungen hervor. Im Jahr 2024 wurden 163.872 Wohn- und Nichtwohngebäude gefördert beraten, 30 Prozent mehr als 2023. Das dena-Kompetenzzentrum wertet das als Zeichen, dass energetische Sanierung an Bedeutung gewinnt und die Investitionsbereitschaft der Eigentümer steigt. Energieberatungen sind in vielen Fällen Pflichtvoraussetzung für BEG-Förderanträge und gleichzeitig Grundlage für einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP).

Kommunale Wärmeplanung: Nur 36 Prozent der Großstädte rechtzeitig

Bis zum 30. Juni 2026 mussten Gemeinden mit mehr als 100.000 Einwohnern ihre Wärmepläne vorlegen. Laut dena hatten zum Stichtag nur 36 Prozent dieser Gemeinden die Zielvorgabe erfüllt. Das ist eine erhebliche Lücke, die Eigentümer und Investoren bei der Planung von Heizsystemwechseln vor Unsicherheiten stellt. Wer in einem Gebiet ohne veröffentlichten Wärmeplan saniert, kennt nicht, welches Heizsystem langfristig sinnvoll ist.

Gebäudesektor beschäftigt 3,7 Millionen Menschen

Der Bericht unterstreicht die wirtschaftliche Dimension der Gebäudewende. Rund 3,7 Millionen Menschen sind in Handwerk, Industrie und Handel mit Bezug zum Gebäudesektor beschäftigt. Energetische Sanierung kann laut dena zu einem wichtigen Konjunkturimpuls werden, Beschäftigung sichern und zugleich das Vorankommen der Wärmewende im Bestand beschleunigen. Die BEG-Kürzungen vom 21. Juli 2026 werden in diesem Kontext als besonders kontraproduktiv bewertet.

Was Investoren aus dem dena-Bericht mitnehmen

Für Fix-and-Flip-Investoren liefert der dena-Gebäudereport 2026 drei strategische Signale: Erstens ist das Marktpotenzial für Sanierungen enorm. Mit 5 Millionen veralteten Heizungen und einem Wärmepumpenanteil von nur 4,3 Prozent im Bestand gibt es einen riesigen Aufwertungsbedarf. Zweitens steigt die Nachfrage nach energieberatener und geförderter Sanierung stark, was Eigenkapitalstarke begünstigt, die schnell handeln können. Drittens bleibt der Sanierungsrahmen durch BEG-Kürzungen und politische Unsicherheit schwierig, was Objekte mit fertig durchgeplanter Sanierung besonders wertvoll macht.

Quellen: Deutsche Energie-Agentur (dena), Gebäudereport 2026; dena, Presseinfo; Haufe Immobilien, Dena-Gebäudereport 2026, Februar 2026; argesolar-saar.de, Analyse, Februar 2026.

Foto: Pixabay, Pexels (kostenlos nutzbar)

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