Warum die Baupreise 2026 um 3,3 Prozent steigen und der Iran-Krieg den Anstieg verstärkt

Die Baupreise in Deutschland steigen weiter. Das Statistische Bundesamt meldete für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude im Februar 2026 einen Anstieg von 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Gegenüber November 2025, dem vorherigen Berichtsmonat, erhöhten sich die Preise um 1,5 Prozent. Damit setzt sich der Aufwärtstrend fort, der 2025 mit einer Jahresrate von 3,2 Prozent begonnen hatte.

Iran-Krieg als Verstärker

Der Iran-Krieg hat den Kostendruck auf die Bauwirtschaft zusätzlich erhöht. Steigende Energiepreise treffen nicht nur Heizkosten, sondern unmittelbar die Produktionskosten energieintensiver Baustoffe. Nicht-Eisen-Metalle wie Kupfer und Aluminium, die in der Gebäudetechnik und Elektroinstallation unverzichtbar sind, haben sich seit Kriegsbeginn um fast 50 Prozent verteuert. Auch Stahl und Baustahl legten zwischenzeitlich deutlich an. Der Großhandelspreisindex des Statistischen Bundesamts stieg im März 2026 um 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Konkrete Auswirkungen auf Sanierungskalkulationen

Für Investoren und Sanierer bedeutet das: Kostenvoranschläge aus dem ersten Quartal 2025 können heute bereits um fünf bis acht Prozent veraltet sein. Wer einen Sanierungsauftrag verzögert in der Hoffnung auf sinkende Materialpreise, läuft Gefahr, bei steigenden Handwerkerkapazitäten und Material-Indices das Gegenteil zu erleben. Der ZDB-Präsident Wolfgang Schubert-Raab betonte zuletzt, dass Betriebe bereit seien, wieder einzustellen, aber nur dann, wenn tatsächlich Aufträge kämen.

Für Fix-and-Flip-Projekte gilt die Empfehlung: Kostenkalkulationen für 2026 sollten mindestens einen Aufschlag von fünf bis zehn Prozent gegenüber Vorjahreswerten enthalten, um Materialpreissteigerungen abzupuffern. Die Kombination aus höheren Baukosten und steigenden Endpreisen macht schnelle Projektabschlüsse attraktiver denn je. Wer lange baut, hat höhere Finanzierungskosten und holt sich zwischenzeitliche Materialpreissteigerungen voll ins Projekt.

Quellen: Statistisches Bundesamt (Destatis), Baupreisindex Februar 2026, April 2026; ZDB, Baukonjunkturbericht 2026; Destatis, Großhandelspreisindex März 2026.

Foto: Pexels, Pexels (kostenlos nutzbar)

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