GdW: Mehr Baugenehmigungen sind noch kein Wohnungsbau-Aufschwung

Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW hat die steigenden Baugenehmigungszahlen eingeordnet. In einer Pressemitteilung vom 19. Juni 2026 stellt GdW-Präsident Axel Gedaschko klar: Mehr Baugenehmigungen sind noch kein Wohnungsbau-Aufschwung. Die Zahlen seien zwar ein gutes Zeichen, doch zwischen Genehmigung und fertiggestellter Wohnung liegen viele Hürden.

Was aus Genehmigungen Wohnungen macht

Im Januar 2026 wurden bundesweit rund 19.500 Wohnungen genehmigt, ein Plus von 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Von Januar bis April 2026 lag das Plus bei 13,4 Prozent auf 83.700 Einheiten. Gedaschko ordnet ein: Die neuen Zahlen seien ein gutes Zeichen, der Wohnungsbau stabilisiere sich langsam. Entscheidend sei aber, ob aus Genehmigungen auch tatsächlich Wohnungen werden.

Genau hier liegt das Kernproblem: Der Bauüberhang, also genehmigte aber nicht fertiggestellte Wohnungen, lag Ende 2025 bei 760.700 Einheiten. Viele dieser Projekte stecken fest: Baukosten sind zu hoch, Finanzierungen zu teuer, Handwerker ausgebucht. Das Koalitionspaket vom 2. Juli 2026 mit der geplanten Abschaffung der Kapitalpuffer ab 2027 und der Unterstützung seriellen Bauens könnte helfen, diese Staus aufzulösen.

Drei Voraussetzungen für einen echten Aufschwung

GdW benennt drei Hebel: Erstens müssen Finanzierungen zugänglicher werden, also Kapitalpuffer weg, Förderung verlässlich. Zweitens müssen Baukosten durch Normenvereinfachung und Gebäudetyp E sinken. Drittens müssen Genehmigungsverfahren konsequent beschleunigt werden, das ist der e Flaschenhals. Ein Aufschwung bei Genehmigungen ist ein Frühindikator, aber kein Selbstläufer.

Für Investoren bedeutet das: Auf Neubau warten ist auch 2026 keine Strategie. Die strukturelle Lücke zwischen Bedarf und Fertigstellungen bleibt mindestens bis 2027 bestehen. Wer jetzt Bestandsobjekte saniert und auf den Markt bringt, trifft auf anhaltend starke Nachfrage.

Quellen: GdW, Pressemitteilung Baugenehmigungen, 19. Juni 2026; Destatis, Baugenehmigungen Januar bis April 2026, 18. Juni 2026.

Foto: Pexels, Pexels (kostenlos nutzbar)

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