Haus und Grund fordert neue Eigentumsrente: 10-Punkte-Plan für mehr private Eigentümer

Der Eigentümerverband Haus und Grund Deutschland hat auf seinem 140. Zentralverbandstag in Saarbrücken am 21. Mai 2026 einen umfassenden 10-Punkte-Plan für eine neue Eigentumsrente vorgestellt. Verbandspräsident Kai Warnecke forderte die Bundesregierung auf, den Kurs beim Neubau radikal zu ändern und stattdessen die Mittelschicht in die Lage zu versetzen, selbst Wohnraum zu schaffen. Seine zentrale Botschaft: Wir brauchen in Deutschland nicht nur neue Wohnungen, sondern eine neue Generation von Immobilieneigentümern.

Warum Warnecke gegen die Bundesbaugesellschaft argumentiert

Den Neubau in die Hände institutioneller Akteure zu legen, funktioniere schon seit sehr vielen Jahren nachweislich nicht mehr. Eine Bundesbaugesellschaft werde daran nichts ändern, so Warnecke auf dem Zentralverbandstag. Stattdessen brauche es Anreize, damit Bürgerinnen und Bürger selbst bauen und kaufen. Wenn die Mittelschicht Immobilieneigentum bilden könne, werde so außerdem gezielt für das Alter vorgesorgt. Immobilieneigentum sei die bewährteste Form der Altersvorsorge in Deutschland und müsse weiter gestärkt werden.

Der 10-Punkte-Plan im Detail

Haus und Grund schlägt konkret vor: Grunderwerbsteuer-Befreiung für Ersterwerber selbstgenutzter Immobilien. Einen zweckgebundenen Erwerbsnebenkosten-Bonus für unter 35-Jährige. Eigenkapitalersatzdarlehen für Selbstnutzer ohne ausreichend Eigenkapital. Einen Steuerfreibetrag für Mieteinnahmen aus der ersten vermieteten Immobilie bis 6.000 Euro jährlich. Einen Freibetrag bei der Grunderwerbsteuer für die erste vermietete Immobilie. Eine erhöhte Sonder-AfA für private Kleinvermieter. Die Aufhebung der Begrenzung beim Sofortabzug anschaffungsnaher Herstellungskosten, was Sanierungen steuerlich erleichtern würde. Die steuerliche Absetzbarkeit energetischer Sanierungskosten bei der Erbschaftsteuer. Höchsthebesätze bei der Grundsteuer, um exzessive kommunale Erhöhungen zu begrenzen. Und schließlich eine fiktive AfA für selbstnutzende Eigentümer.

Kritik an der aktuellen Politik

Die Bundesregierung gehe bei der Wohnungs- und Eigentumsfrage einen fatalen Weg, so Warnecke. Statt Hürden abzubauen, schaffe die Politik neue Belastungen durch Mietrechtsreform, GModG-Kostenregelungen und drohende kommunale Vorkaufsrechte. Wenn die Bundesregierung die Sorgen der Bevölkerung ernst nehme, müsse sie Anreize für Neubau und Altersvorsorge schaffen, statt private Eigentümer zu belasten.

Was das für Investoren bedeutet

Für Fix-and-Flip-Investoren ist der Haus-und-Grund-Plan ein politischer Fingerzeig: Kommt auch nur ein Teil der 10 Punkte, etwa die erhöhte Sonder-AfA für Kleinvermieter oder der Steuer-Freibetrag für die erste Mietimmobilie, verbessern sich die Renditen für private Kleinvermieter erheblich. Wer heute Bestände aufbaut, positioniert sich für ein mögliches steuerliches Umfeld, das private Vermieter gezielt fördert. Der Gesetzgebungsprozess läuft, das parlamentarische Herbstfenster 2026 gilt als realistisch für erste Maßnahmen.

Quellen: Haus und Grund Deutschland, Pressemitteilung 140. Zentralverbandstag, 21. Mai 2026; hausundgrund-verband.de; hug-hsk.de, Mai 2026.

Foto: Pexels, Pexels (kostenlos nutzbar)

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