Der Europace Hauspreisindex (EPX) zeigt für April 2026 einen weiteren Anstieg auf 221,58 Punkte, nach 220,65 Punkten im März. Das entspricht einem Monatszuwachs von 0,42 Prozent. Besonders stark legten Neubauhäuser zu: Ihr Teilindex stieg innerhalb eines Monats um 0,99 Prozent auf 243,75 Punkte. Parallel dazu meldete der Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) für das erste Quartal 2026 einen Anstieg der gesamten Immobilienpreise in Deutschland um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
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Bestand und Neubau entwickeln sich unterschiedlich
Die vdp-Daten differenzieren klar: Wohnimmobilien legten mit 2,3 Prozent etwas stärker zu als Büro- und Einzelhandelsimmobilien, die Zuwächse von 1,9 beziehungsweise 1,5 Prozent verzeichneten. Innerhalb des Wohnsegments trieben vor allem Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen den Preisanstieg, die zusammen um 2,5 Prozent zulegten. Mehrfamilienhäuser verteuerten sich um 2,2 Prozent und damit etwas schwächer als in den Vorquartalen.
Europace Co-CEO Stefan Münter kommentiert: Der Zinsanstieg im März habe zu erhöhtem Nachfragedruck geführt und die Entwicklung gestützt. Die Nachfrage konzentriere sich auf verfügbare Bestandsimmobilien, während hohe Baukosten den Neubau weiterhin bremsten. Besonders auffällig sei die Dynamik bei Neubauhäusern im April mit fast einem Prozent in einem einzigen Monat.
Mieten steigen viermal schneller als Kaufpreise
Parallel zu den Kaufpreisen liefern Angebotsdaten von Value AG ein klares Bild der Marktspaltung: Während Kaufpreise für Häuser und Wohnungen sich weitgehend seitwärts bewegen, stiegen die Angebotsmieten allein im letzten Quartal um 1,4 Prozent, viermal stärker als die Kaufpreise. Auf Jahressicht liegt das Mietplus bei fast fünf Prozent. Value-AG-Director Sebastian Hein warnt: Die Schere zwischen Miete und Kauf klaffe immer weiter auseinander. Das erhöht die Attraktivität von Mietwohnungsbeständen für Investoren, treibt aber gleichzeitig die sozialen Spannungen auf dem Wohnungsmarkt weiter an.
Für Investoren signalisiert der aktuelle EPX: Der Aufwärtstrend ist zurück, wenn auch moderat und segmentabhängig. Bestandsimmobilien mit energetischem Aufwertungspotenzial bleiben das bevorzugte Kaufobjekt. Wer auf weiter sinkende Preise gewartet hat, dürfte diesen Moment verpasst haben.
Quellen: Europace, EPX April 2026, Mai 2026; Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp), Q1 2026, Mai 2026; Value AG, Angebotsdaten April 2026.
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