Im Mai 2026 wurden in Deutschland 21.000 Wohnungen genehmigt, 24,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Von Januar bis Mai 2026 stieg die Zahl auf 104.700 Wohnungen, ein Plus von 15,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Bei neuen Mehrfamilienhäusern lag der Anstieg bei 18,9 Prozent auf 56.100 Wohnungen. Das gab das Statistische Bundesamt (Destatis) bekannt. GdW-Präsident Axel Gedaschko reagierte mit einem klaren Einordnung: Das sei ein erfreuliches Signal, aber leider immer noch keine Trendwende für den bezahlbaren Wohnungsbau.
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Warum das Plus täuscht
GdW hebt den wichtigsten Unterschied hervor: Ein Anstieg bei Genehmigungen ist ein Frühindikator, aber kein Selbstläufer. Zwischen genehmigter und fertiggestellter Wohnung liegen in Deutschland durchschnittlich 26 bis 34 Monate. Entscheidend ist daher nicht die Zahl der Genehmigungen, sondern ob aus diesen Genehmigungen auch tatsächlich Wohnungen werden. Genau hier liegt das Kernproblem: 2025 erloschen laut Destatis 35.700 Baugenehmigungen, ohne dass je ein Spatenstich erfolgte. Das ist der höchste Wert seit 2002. Hohe Baukosten, gestiegene Zinsen und fehlende Finanzierungen lassen genehmigten Projekten keine Realisierungschance.
Was für einen echten Aufschwung fehlt
GdW benennt drei Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit aus dem Genehmigungsplus eine echte Trendwende wird. Erstens müssen Finanzierungen zugänglicher werden: Die jetzt in Kraft getretenen BEG-Kürzungen wirken in die falsche Richtung. Die geplante Abschaffung der additiven Kapitalpuffer ab 2027 könnte helfen, käme aber zu spät für laufende Projekte. Zweitens müssen Baukosten sinken: Nur über Normenvereinfachung, Gebäudetyp E und serielles Bauen kann der Kostenblock gebrochen werden. Drittens braucht es schnellere Genehmigungsverfahren: Das Plus bei den Genehmigungszahlen darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Verfahren in vielen Kommunen immer noch viele Monate dauern.
Die aktuellen Fertigstellungsprognosen von IW und ifo für das Gesamtjahr 2026 liegen bei 200.000 bis 220.000 Wohnungen. Das politische Ziel von 400.000 ist in diesem Jahr nicht erreichbar. Für Investoren bleibt die Botschaft klar: Der strukturelle Angebotsmangel im deutschen Wohnungsmarkt hält mindestens bis 2027 an. Wer sanierte Bestandsimmobilien anbietet, trifft auf anhaltend hohe Nachfrage.
Quellen: Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung Baugenehmigungen Mai 2026, 17. Juli 2026; GdW, Kommentar Baugenehmigungen, 17. Juli 2026.
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