Der deutsche Industrie- und Logistikimmobilien-Investmentmarkt hat im ersten Quartal 2026 ein Transaktionsvolumen von 1,4 Milliarden Euro erreicht. Das geht aus einer Marktanalyse des Immobiliendienstleisters CBRE hervor. Damit wurde das Volumen des entsprechenden Vorjahresquartals um 16 Prozent übertroffen. Die Assetklasse Logistik und Industrie gehört damit zu den stabilsten Segmenten des deutschen Gewerbeimmobilienmarkts in der aktuellen Erholungsphase.
Strukturelle Treiber stützen die Nachfrage nachhaltig: Der wachsende E-Commerce erhöht den Bedarf an Fulfillment-Flächen in stadtnaher Lage kontinuierlich. Nearshoring-Strategien europäischer Industrie- und Handelsunternehmen, die Lieferketten nach Europa verlagern, treiben die Nachfrage nach modernen Produktionsflächen. Hinzu kommen Anforderungen an kurze Reaktionszeiten in der Logistik, die große Zentrallager in Randlagen zunehmend durch kleinere Hubs in der Nähe von Ballungsräumen ergänzen.
Besonders gefragt sind Neubauten mit Hallenhöhen ab zehn Metern, ausreichend Andockbuchten und anerkannten Nachhaltigkeitszertifizierungen wie BREEAM oder DGNB. Diese Objekte erzielen Spitzenrenditen, die 2026 stabil bei rund 4,5 bis 5,0 Prozent liegen. Das ist niedriger als noch 2022, aber deutlich attraktiver als in den Niedrigzinsjahren, als die Renditen auf unter vier Prozent gedrückt wurden.
Inländische Investoren dominierten das Marktgeschehen, internationales Kapital bleibt verhalten, sucht aber verstärkt nach stabilen europäischen Standorten. Besonders auffällig war ein einzelner Abschluss außerhalb der sieben größten deutschen Märkte mit einem Volumen von rund 400 Millionen Euro, der das Q1-Ergebnis maßgeblich beeinflusste. CBRE geht davon aus, dass das Angebot an Core-Logistikprodukten 2026 der entscheidende Engpass bleibt, da Neubauentwicklungen wegen gestiegener Baukosten zögerlich voranschreiten.
Für Immobilieninvestoren mit Fokus auf Wohnimmobilien liefert die Erholung des gewerblichen Markts ein positives Begleitsignal: Institutionelles Kapital, das wieder aktiv in Gewerbeimmobilien fließt, verbessert das allgemeine Investitionsklima und deutet auf eine breitere Markterholung hin.




